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MAREILE HERTEL : „MISSION GLOCKNERMAN“ GEHT IN HEISSE PHASE

19 Feb 2018

Mareile Hertel - Vorbereitung auf  den Großglocknerman

„X-100 – 880 – 14.000“ steht in großen roten Buchstaben auf dem Spiegel im Badezimmer. Die deutsche Extremsportlerin Mareile Hertel lächelt und klärt auf: „Heute sind es noch genau hundert Tage bis zum Startschuss zur Ultracycling Weltmeisterschaft in Österreich.“ Um auf den Punkt das gesamte Leistungsvermögen abrufen zu können, befindet sich die 35jährige Kaderathletin des KiWAMi Performance Teams gerade im Trainingslager auf der kanarischen Vulkaninsel Lanzarote.

„Die Voraussetzungen sind hier ideal, die abwechslungsreichen und anspruchsvollen Strecken, der stetige Wind und auch die Temperaturen machen ein intensives Training bereits im Februar möglich. Neben dem Aufbau der physischen „Standfestigkeit“, die zur Bewältigung der 880 Kilometer langen Strecke zwingend notwendig ist, geht es um die Optimierung der mentalen Stabilität, um sich gezielt auf die Fahrt durch die Nacht vorzubereiten."

„14.000 Höhenmeter und dabei einmal über den Großglockner ist schon an sich eine sehr hohe Belastung. Wenn Du dabei auch die Nacht komplett im Sattel verbringst, dann lernst Du auch mental Deine Grenzen kennen“, so Hertel, die bereits zahlreiche Overnight-Wettkämpfe bestritten hat.

Hierbei liegt die größte Herausforderung darin, die Signale im Unterbewusstsein richtig zu decodieren, die der Körper während der ungewöhnlichen und anstrengenden nachtaktiven Leistungsphase an das Gehirn sendet. Die geringe Temperatur und die nahezu völlige Dunkelheit ergeben einen Informationsmix, den der Körper als „ungewöhnlich“ und damit als „riskant“ beurteilt. In der Folge reagiert er mit Stress und stetig wachsenden Widerstand, um die vermeintliche Gefahr abzuwenden. Die Folge sind – trotz der Adrenalin-Ausschüttung – reduzierte Leistungsumfänge und Schwächephasen, die weniger physisch-muskulären Ursprungs, sondern psychisch-emotionaler Natur sind.

Genau hier setzt Hertel auf die gezielte Wirkung der „Habituation“. In einer modifizierten Form der Konfrontationstherapie setzt sich die Athletin wiederholt den Strapazen eines „proaktiven Nachttrainings“ aus. Was nun geschieht kann man als „nicht-bewusstes Lernen“ bezeichnen: durch die wiederholte Anwendung nehmen die unterschwelligen Stör- und Warnsignale ab und der Körper beginnt die einst außergewöhnlichen „Nachtfahrten“ als gültige Option zu akzeptieren. Dies reduziert den Stress. Er vertraut auf die gesicherte und erlebte Erfahrung und regelt die körpereigenen Schutzmechanismen optimaler und ist somit deutlich besser auf die Strapazen der „Mission: Glocknerman“ vorbereitet. (Autor: Chris Ernsthttp://pressecenter.org